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Einzelausstellung Fabian Seyd

Die ewig helle Schar

Eröffnung am 09.03.2013, 19.00 h 

Ausstellungsort: Kunstverein Peschkenhaus Moers e.V., Meerstr.1, 47441 Moers
Ausstellungsdauer 10.03. – 09.04.2013
Der Kunstverein Peschkenhaus Moers e.V. begrüßt am 9. März 2013 den Berliner Maler Fabian Seyd.

Berlin, Prenzlauer Berg, aneinander gekettete Räume – durchtränkt von Öl, Qualm und Lösungsmitteln. Hinter einer der Türen findet man Bilder, fertige, halb- und unfertige Leinwände, Farbtuben und Lappen, helles Neonlicht und einen Künstler, der entschlossen seinem malerischen Interesse folgt, ohne jemals auftretende Zweifel zu ignorieren.


Bekannt wurde Seyd durch seine Malerei mit Motiven aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders. Buben im karo-gestärkten Deutschland strahlten in ihre hoffnungsvolle Zukunft.  Scheinbar.  Denn auch alle solide gestrickten Kniestrümpfe und in Form gebügelten Merkmale einer perfekten Welt konnten nicht über die unsichtbare Instabilität hinweg rudern, die Seyd all seinen Bildern mit auf den Weg gab.  Durchaus politisch konnte man während dieser Werkphase seine Gemälde verstehen, da er sich mit den Utopien und Vorstellungen einer Gesellschaft intensiv auseinandersetzte. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund seiner Herkunft. Seyd kam 1979 in Königs Wusterhausen zur Welt und sah bereits in jungen Jahren ein ganzes System verschwinden. Seine Kunst folglich als eine politisch motivierte auszulesen wäre jedoch fatal und würde der offensiv unpolitischen Haltung des Künstlers nicht entsprechen. 


Jedoch bietet allein diese Haltung Seyd einen komfortablen Schutzraum, um philosophisch und gleich so politisch zu handeln. Die aktuelle Werkphase bemüht nunmehr das kulturelle Gedächtnis des Betrachters und unternimmt einen ausführlichen Ausflug in die Frührenaissance. Komplexe Bilderserien, inspiriert von alten Meistern, zeigen Seyds Virtuosität und Eigenständigkeit bei der Interpretation eines Cranach oder Leonardo-Werkes. Oftmals ausschließlich geführt durch das persönliche Empfinden der ursprünglichen Farbwerte eines alten Gemäldes, komponiert er rein aus der Erinnerung, neue Szenen, die uns bekannt erscheinen und uns dennoch überraschen. Er beschäftigt sich eingehend mit der Frage, was ein Künstler der Gegenwart von den Großen der Vergangenheit erfahren und lernen kann. Seine konkreten malerischen Antworten  auf die Farbraffinements alter Meister zeigen, wie ein junger Künstler im Jetzt mit den Mitteln heutiger Kunst neue Perspektiven für die Wahrnehmung von Vergangenheit und Gegenwart eröffnet.


Die umfangreiche Einzelausstellung im Kunstverein Peschkenhaus wird einen großen Bogen durch das Werk von Fabian Seyd schlagen und ältere Werke den Neuen gegenüberstellen. Einige großformatige Arbeiten werden speziell für die Schau im  Peschkenhaus entstehen.