Logo     Mobil-Menü
- Klicken Sie auf das Bild für eine Slideshow

TORSTEN RUEHLE / SÜDEN

PETER RUEHLE     / NORDEN

Laufzeit: 29.06.2013 – 27.07.2013

Geöffnet immer Mi – Fr, 12 – 18 h + Sa 10 – 14 h u.n. Vereinbarung

PETER RUEHLEs generalisierte Panoramaansichten verschiedener Städte beschäftigen sich mit Urbanität als der komplexesten Form menschlicher Vergesellschaftung.

Sie gehen über eine bloße realistische Abbildung hinaus und verweben diese mit fiktionalen und futuristischen Elementen in Stadtstrukturen.

Die starke Verdichtung der Stadträume am und um den Horizont hat zu einer Bildsprache gefunden, die in ihrer  Reduziertheit und in ihrem zugleich vorhandenen fast überbordenden Detailreichtum in unzähligen, aufeinander fein abgestimmten Farben und Formen unverwechselbar ist. Zuletzt sind zu den weißen Stadtlandschaften als Äquivalent solche von tiefer Dunkelheit hinzugekommen

Torsten Ruehle

"Eine informelle Siedlung, auch Marginalsiedlung oder ungenauer Elendsviertel, ist eine Siedlung, oft in der Nähe oder innerhalb einer Stadt, die sich hauptsächlich oder ausschließlich aus provisorisch gebauten Unterkünften zusammensetzt. In der Umgangssprache wird auch der Begriff Slum gebraucht” (Wikipedia)

Die Arbeit "Informelles Wohnen" schlägt eine Brücke von renommierten Kultureinrichtungen der westlichen Zivilisationen als angenommene Spitze der momentanen Metropolkultur hin zu den Abgründen ebenjener Urbanisierung: Slums. Museen als Ort der Kunst bezeugen das allgemeine gesellschaftliche Interesse und die Wertschätzung kultureller Arbeiten und Errungenschaften. Diese Räume werden durch die Ausrichtung von großflächigen Deckenbildern mit ihrem sozialen und politischen Gegenpol konfrontiert; der Gedanke gründet sich dabei auf die spezifische Entwicklung urbaner Strukturen: Die jeweiligen konkreten Motive für einzelne Museen werden entsprechend derer geografischen und historischen Lage und Besonderheit entwickelt; so die Verknüpfung mit ehemaligen Kolonialverhältnissen: Madrid wird mit Mexiko-Stadt ebenso in Beziehung gesetzt, wie Amsterdam mit Jakarta oder London mit Lagos. Für die einzelnen Deckenbilder werden aus zahlreichen Satellitenfotografien digital detailreiche Vektorgrafiken generiert, die in ihrer Reduktion auf Linien das sonderbare Zusammenspiel von absolutem Chaos einerseits und musterhaften Ordnungen andererseits visualisieren. Neben den digitalen Projekten entstehen abstrakte und in diesem Sinne informelle Bilder auf Leinwand.

Im Rahmen der Ausstellung "Süden" wird die Arbeit in der Galerie Börgmann analog fortgesetzt. Es entsteht die Projektion eines Deckenbildes für das Museum Abteiberg: "Mönchengladbachs Gärten". Mit leicht humoristischem Einschlag wird das Museum mit seinem zumindest städtebaulichen Gegenpol in Beziehung gesetzt - den privaten Gärten der Stadt. Die meist gutstrukturierten Anlagen haben wenig vom ausufernden Chaos klassischer informeller Siedlungen - erinnern aber in ihrer freien Ästhetik und in der reduzierten Darstellung mit artifiziellen Linien an weitgehend formlose Wohngebiete, deren auffälligstes Merkmal neben der Verkehrsinfrastruktur die nachbarschaftliche Abgrenzung ist. Das Museum als öffentlicher Ort und Institution der Mönchengladbacher wird so mit ihren privatesten Refugien entsprechend verbunden.

Das Deckenbild wird als Rauminstallation in der Galerie Börgmann zu sehen sein; daneben werden Adaptionen in klassischer Malerei gezeigt.